Policy Brief Nr. 14: Smart Data für das Smart Grid

VISE Smart Data: Stand, Hürden und Ansatzpunkte für ein besseres Engpassmanagement
Die Zunahme dezentraler Erzeuger und flexibler Verbraucher verlangt Koordination auf Verteilnetzebene. Koordinationsmechanismen wie variable Netzentgelte, netzdienliche Steuerung und Redispatch auf untersten Spannungsebenen sind regulatorisch angelegt, jedoch eher grobkörnig gestaltet. Eine präzisere Ausgestaltung der Mechanismen im Rahmen des Engpassmanagements erfordert eine Datenarchitektur, die heute noch nicht vorhanden ist. Dieser Policy Brief identifiziert die Hürden der Datenverfügbarkeit, des Datenaustauschs und der Datennutzung auf der ökonomischen, rechtlichen und infrastrukturellen Ebene und benennt drei zentrale Handlungsfelder für die Politik:
- Datenverfügbarkeit: Die Priorisierung der Dateninfrastruktur durch konsequenten Smart-Meter-Rollout, Modernisierung des Marktstammdatenregisters und Reform der Marktkommunikation.
- Datenaustausch: Datenaustauschprozesse modernisieren, verbindliche, offene API-Standards mit europäischer Anschlussfähigkeit sowie Weiterentwicklung der Marktkommunikation.
- Datennutzung: Anreize schärfen, stärkere Berücksichtigung datenbezogener OPEX in der Anreizregulierung sowie klarere Datenschutz- und Haftungsregeln.
Ohne eine zielgerichtete Architektur bleiben die implementierten Koordinationsmechanismen Instrumente mit eher beschränkter Wirkung. Die Folge wären erhebliche volkswirtschaftliche Mehrkosten in Form teilweise vermeidbaren Netzausbaus. Der nachfolgende VISE Policy Brief wurde von den Projektpartnern im Forschungsprojekt VISE Smart Data erarbeitet.